BUILT IN CLASS, Swiss Academy for Digital Skills

Vibe Coding Zertifikat: Was es bestätigt und was nicht

Was das Zertifikat Vibe Coding Foundation tatsächlich nachweist, wie die schriftliche Projektprüfung abläuft, wo seine Grenzen liegen und wie Arbeitgeber es online nachprüfen.

Ein Laptop zeigt eine Kontaktliste mit Follow-up-Status neben einem ausgedruckten Zertifikat mit Prüflink.

Das Zertifikat Vibe Coding Foundation ist ein privates Akademiezertifikat von BUILT IN CLASS, das du nach einer bestandenen schriftlichen Projektprüfung erhältst. Es bestätigt, dass du mit einem KI-Agenten wie Claude Code oder Codex eine einfache Anwendung gebaut, abgesichert und erklärt hast, und über einen Prüflink lassen sich Programm, Version, Datum und Status online nachvollziehen.

Wenn du einen Nachweis für eine Bewerbung oder für deinen Arbeitgeber suchst, lohnt sich ein genauer Blick auf das, was dahintersteht. Hier erfährst du, welche Fähigkeiten geprüft werden, wie die Prüfung abläuft und wo die Grenzen des Zertifikats liegen.

Was bestätigt das Zertifikat Vibe Coding Foundation?

Vibe Coding heisst: Software mit Unterstützung von KI entwickeln. Die Stufe Foundation steht für das angeleitete Umsetzen einer klar umrissenen Aufgabe. Das Zertifikat nennt die Programmstufe, die geprüften Fähigkeiten und das Datum. Geprüft werden vier Kompetenzen, und zwar immer an deinem eigenen Praxisprojekt, einer Kontakt- und Follow-up-App für eine kleine Firma:

  • K1, Aufgaben zerlegen: Du zerlegst eine Arbeitsaufgabe in überprüfbare Teilschritte und beschreibst sie als Akzeptanzfälle. Ein Beispiel: Ein Kontakt, dessen Follow-up überfällig ist, soll in der Liste erkennbar sein.
  • K2, mit einem KI-Agenten bauen: Du erstellst eine einfache Anwendung mit einem KI-Agenten und veränderst sie nachvollziehbar, etwa wenn du einen Statuswechsel oder einen Filter ergänzt.
  • K3, testen und absichern: Du testest Fehlfälle, Datenprüfung, Zugriff und Geheimnisse. Dazu gehört die Frage, was deine App tut, wenn die simulierte Schnittstelle eine leere Antwort liefert, einen Fehler meldet oder auf sich warten lässt.
  • K4, erklären und übertragen: Du erklärst deine Lösung, benennst ihre Grenzen und überträgst sie auf eine neue Anforderung.

Gerade K4 unterscheidet den Nachweis von einer Teilnahmebestätigung. Du zeigst damit, dass du verstehst, was die KI für dich gebaut hat, und nicht bloss ein Ergebnis abgibst.

Was das Zertifikat nicht ist

Für eine Bewerbung ist es wichtig, das Zertifikat korrekt einzuordnen. Es ist kein staatlicher Abschluss. Es gibt keine Ausweisprüfung, der Nachweis bezieht sich auf die Arbeit, die unter deinem Konto eingereicht wurde.

Auch inhaltlich hat es klare Grenzen:

  • Foundation bedeutet angeleitetes Arbeiten an einer klar umrissenen Aufgabe. Das Zertifikat sagt nichts darüber aus, ob du grosse Systeme selbständig entwickeln kannst.
  • Das Lernprojekt speichert Daten im Browser und ist kein Produkt für echte Firmendaten.
  • Eine eigene Firmenanwendung ist nicht Teil des Kurses.

In einem Lebenslauf beschreibst du es deshalb am besten genau so, wie es ist: privates Akademiezertifikat Vibe Coding Foundation von BUILT IN CLASS, nach bestandener Projektprüfung, mit Datum. Ob und wie ein Arbeitgeber den Nachweis gewichtet, entscheidet dieser selbst.

Wie läuft die Projektprüfung ab?

Die Prüfung ist schriftlich und vollständig online. Es gibt keine Gespräche und keine festen Termine.

Voraussetzungen für den Start

  • Mission 6 ist serverseitig bestanden. Ab dann wird dein Projektstand eingefroren.
  • Dein vollständiger Name steht im Profil, denn er erscheint auf dem Zertifikat.
  • Du hast einen verfügbaren Prüfungsversuch.

Sechs Fragen in 14 Tagen

Nach dem Start hast du 14 Tage Zeit. Du beantwortest sechs Fragen: fünf beziehen sich auf dein eigenes Projekt, eine ist eine Transferfrage. Jede Antwort umfasst 300 bis 3000 Zeichen, und du kannst zwischenspeichern. Du schreibst also zum Beispiel, warum deine Kontaktliste ungültige Eingaben abweist oder wie du einen vorbereiteten Fehler in Mission 5 eingegrenzt hast. Vor der Abgabe kannst du die Prüfung zurückziehen. Alle Einzelheiten stehen unter Ablauf und Regeln der Prüfung.

Wer bewertet deine Antworten?

Eine KI, Claude von Anthropic, bereitet die Bewertung vor. Eine Prüfperson prüft danach deine Antworten, deinen Code und den Vorschlag der KI, setzt die Punkte und gibt das Ergebnis frei. Die KI entscheidet nichts. Ziel ist eine Freigabe innerhalb von fünf Arbeitstagen.

Bewertet wird nach einer Rubrik mit 100 Punkten, bestanden wird nach veröffentlichten Kriterien. Du kannst die Prüfungsrubrik mit allen Punkten vorab lesen und weisst so, worauf es ankommt. Falls du nicht bestehst, erhältst du eine begründete Bewertung und kannst innerhalb von 14 Tagen Einspruch einlegen.

Zum Datenschutz: Abgaben werden isoliert geprüft und auf Anfrage gelöscht, die Server stehen in der EU. Für die Vorbewertung gehen Antworten und Projektauszüge an Anthropic in den USA.

Wie lässt sich das Zertifikat online nachprüfen?

Zu jedem Zertifikat gibt es einen Prüflink. Wer ihn öffnet, sieht Programm, Version, Datum und Status. Eine Personalabteilung muss also nicht bei der Akademie nachfragen, um die Angaben in deiner Bewerbung zu bestätigen. Mehr dazu findest du im Abschnitt Zertifikat und Prüfung.

Der Prüflink bestätigt die Eckdaten. Was du konkret kannst, erklärst du am besten selbst. Diese Punkte helfen dir dabei:

  • Setze den Prüflink direkt neben den Eintrag im Lebenslauf.
  • Beschreibe in zwei, drei Sätzen, was deine App kann: Kontaktliste mit Detailansicht, Eingabeprüfung, Statuswechsel und Filter, Umgang mit einer simulierten Schnittstelle, Export überfälliger Follow-ups als CSV-Datei.
  • Erwähne dein KI-Protokoll. Es zeigt, was die KI beigetragen hat und was du selbst geändert hast.
  • Nenne offen die Grenzen: ein Lernprojekt mit Beispieldaten, gespeichert im Browser.

Gerade dieser letzte Punkt wirkt glaubwürdig, weil er zeigt, dass du die Kompetenz K4 tatsächlich beherrschst.

Wie der Kurs Vibe Coding Foundation zur Prüfung führt

Das Zertifikat ist der Abschluss des Programms Vibe Coding Foundation. Der Kurs richtet sich an berufstätige Erwachsene und kleine Teams ohne Programmiererfahrung, ab 18 Jahren. Du arbeitest online, im eigenen Tempo, ohne feste Termine und ohne Videos zum Mitschauen.

In acht Missionen baust du die App Schritt für Schritt: Werkzeuge einrichten, aus einer Idee einen klaren Auftrag machen, die Oberfläche bauen, Kontakte speichern und Abläufe festlegen, eine simulierte Schnittstelle anbinden, Fehler finden und den Zugriff prüfen, das Projekt zur Übergabe dokumentieren. In der Transfermission erweiterst du die App um einen CSV-Export. Die Kursübersicht mit allen Missionen zeigt Ziele und Planzeiten im Detail.

Jede Mission hat Kriterien in Form von Tests. Auf deinem Computer prüft ein Befehl, ob du sie erfüllst. Zählen tut aber die Prüfung auf dem Server der Akademie, in einer abgeschotteten Umgebung ohne Netz. Damit beruht auch die Zulassung zur Projektprüfung auf überprüften Ergebnissen.

Die Planzeit beträgt rund 30 Stunden: 28 Stunden für Missionen und Transfer, rund 2 Stunden für die Prüfung. Mit etwa fünf Stunden pro Woche bist du zum Beispiel in sechs Wochen durch. Der Zugang läuft drei Monate.

Kurs und Projektprüfung kosten CHF 199 einmalig inkl. MWST. Darin enthalten sind alle Missionen und Checks sowie ein Prüfungsversuch inklusive Kompetenzbericht. Ein weiterer Prüfungsversuch kostet CHF 149. Für Claude Code oder Codex brauchst du einen eigenen Zugang, dessen Kosten zum Kurspreis hinzukommen. Technisch brauchst du einen Laptop oder Desktop mit Windows, macOS oder Linux, die Erlaubnis Programme zu installieren, Node.js ab Version 20 und Git. Alles zu den Leistungen steht unter Preis und Leistungen.

Wenn dein Arbeitgeber den Nachweis unterstützt

Manche möchten den Kurs über die Firma abrechnen oder gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen absolvieren. Auf Anfrage gibt es Plätze auf Rechnung und eine gemeinsame Kursgruppe mit abgestimmtem Prüfungsfenster. Die Details findest du im Angebot für Teams. Jede Person legt dabei ihre eigene Prüfung ab und erhält ein eigenes Zertifikat, das sich auf ihre eingereichte Arbeit bezieht.

Foundation ist die erste Stufe eines Zertifizierungswegs. Vibe Coding Advanced, Vibe Coding Business Professional und Vibe Coding Expert sind in Planung. Inhalte, Preise und Starttermine dieser Programme sind noch nicht bekannt. Wer heute einen Nachweis braucht, plant deshalb mit der Foundation-Stufe.

Häufige Fragen

Ist das Zertifikat Vibe Coding Foundation ein staatlicher Abschluss?

Nein. Es ist ein privates Akademiezertifikat von BUILT IN CLASS. Es gibt keine Ausweisprüfung, der Nachweis bezieht sich auf die unter deinem Konto eingereichte Arbeit.

Entscheidet eine KI, ob ich die Prüfung bestehe?

Nein. Claude von Anthropic bereitet die Bewertung nur vor. Eine Prüfperson prüft Antworten, Code und Vorschlag, setzt die Punkte und gibt das Ergebnis frei.

Wie lange dauert es, bis ich das Ergebnis habe?

Ziel ist eine Freigabe innerhalb von fünf Arbeitstagen nach der Abgabe.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Du erhältst eine begründete Bewertung und kannst innerhalb von 14 Tagen Einspruch einlegen. Ein weiterer Prüfungsversuch kostet CHF 149 inkl. MWST.

Brauche ich Programmiererfahrung für das Zertifikat?

Nein. Das Programm richtet sich an berufstätige Erwachsene ohne Programmiererfahrung. Du arbeitest mit Claude Code oder Codex und wirst durch acht Missionen geführt.

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