BUILT IN CLASS, Swiss Academy for Digital Skills

Online-Prüfung im Programmierkurs: der Ablauf

Vom eingefrorenen Projektstand bis zur Freigabe: So läuft die Online-Prüfung der Vibe Coding Foundation ab, mit sechs Fragen, 14 Tagen Zeit und einem Entscheid durch eine Prüfperson.

Eine Person schreibt an einem Laptop Antworten zu ihrer Kontakt- und Follow-up-App in ein Online-Prüfungsformular.

Die Projektprüfung der Vibe Coding Foundation ist schriftlich und läuft vollständig online: Du startest sie selbst, beantwortest sechs Fragen zu deinem eigenen Projekt und hast dafür 14 Tage Zeit. Eine KI bereitet die Bewertung vor, den Entscheid trifft eine Prüfperson. Dieser Beitrag zeigt dir den Weg vom Start bis zur Freigabe und erklärt, an welchen Stellen du selbst etwas in der Hand hast.

Wann kannst du die Prüfung starten?

Es gibt keine Prüfungstermine und keine Gespräche. Du beginnst, wenn du bereit bist. Drei Bedingungen müssen dafür erfüllt sein:

  • Mission 6 ist serverseitig bestanden. Es reicht nicht, dass die Kriterien auf deinem eigenen Computer erfüllt sind. Zählen tut die Prüfung auf dem Server der Akademie.
  • Dein vollständiger Name steht im Profil.
  • Du hast einen Prüfungsversuch verfügbar. Ein Versuch ist im Kurspreis enthalten.

Wie diese Bedingungen im Einzelnen gelten, beschreibt die Seite Ablauf und Regeln der Prüfung.

Was bedeutet der eingefrorene Projektstand?

Während der Missionen prüft ein Befehl auf deinem Computer, ob deine App die Kriterien erfüllt. Verbindlich ist aber die Prüfung auf dem Server der Akademie, in einer abgeschotteten Umgebung ohne Netz. Sobald Mission 6 dort bestanden ist, wird dein Projektstand eingefroren.

Für die Prüfung heisst das: Die Prüfperson schaut sich genau diesen Stand an. Deine Antworten beziehen sich auf den eingefrorenen Code, nicht auf eine Version, die du danach vielleicht noch verbessert hättest. Wenn du in einer Antwort erklärst, wie deine Kontaktliste nach Status filtert, muss das zu diesem Code passen.

Daraus folgt ein praktischer Rat: Reiche Mission 6 erst ein, wenn du deine App so gut verstehst, dass du sie jemandem erklären könntest. Mission 6 dreht sich ohnehin darum, das Projekt zu dokumentieren und für eine Übergabe vorzubereiten. Wer hier sorgfältig arbeitet, hat für die Prüfung eine solide Grundlage.

Sechs Fragen in 14 Tagen: so ist die Prüfung aufgebaut

Nach dem Start hast du 14 Tage Zeit. Die Prüfung besteht aus sechs Fragen: Fünf beziehen sich auf dein eigenes Projekt, eine ist eine Transferfrage. Jede Antwort umfasst 300 bis 3000 Zeichen. 300 Zeichen sind nur wenige Sätze, für eine nachvollziehbare Begründung brauchst du meist mehr.

Du musst nicht alles in einer Sitzung schreiben. Antworten lassen sich zwischenspeichern. Du kannst also an einem Abend zwei Fragen beantworten und am Wochenende den Rest überarbeiten. Die Planzeit für die Prüfung liegt bei rund zwei Stunden, das Zeitfenster von 14 Tagen gibt dir Raum, diese Zeit zu verteilen. Solange du nicht abgegeben hast, kannst du die Prüfung auch zurückziehen.

Fragen zum eigenen Projekt

Weil jede Person ihre eigene Kontakt- und Follow-up-App baut, gibt es keine Musterlösung zum Auswendiglernen. Gefragt ist, dass du deine Lösung erklärst und ihre Grenzen benennst. Hilfreich ist, wenn du zu deinem Projekt Punkte wie diese begründen kannst:

  • warum deine App eine Eingabe ablehnt, etwa ein leeres Pflichtfeld
  • wie ein Statuswechsel abläuft und was danach in der Liste sichtbar ist
  • wie deine App reagiert, wenn die simulierte Schnittstelle leer antwortet, einen Fehler meldet oder auf sich warten lässt
  • welche Zugriffsfälle du geprüft hast und was deine App bewusst nicht kann

Dabei hilft dir dein KI-Protokoll. Darin hast du während der Missionen festgehalten, was die KI beigetragen hat und was du selbst geändert hast. Mit diesen Notizen fällt es leichter, Entscheidungen im Code zu erklären, statt nur zu beschreiben, was er tut.

Die Transferfrage

Die sechste Frage verlangt, dass du deine Lösung auf eine neue Anforderung überträgst. Das entspricht der Kompetenz K4 des Programms. Im Kurs übst du diese Denkweise in Mission 7: Du erweiterst deine App um einen Export überfälliger Follow-ups als CSV-Datei und prüfst die neue Funktion. Die Fragen, die du dir dort stellst, helfen auch in der Prüfung: Was muss sich ändern, was bleibt, und wie prüfst du, ob es funktioniert?

Wer bewertet deine Antworten?

Nach der Abgabe arbeiten zwei Stellen nacheinander: zuerst eine KI, dann ein Mensch. Die Reihenfolge ist klar geregelt, und der Entscheid liegt beim Menschen.

Die KI-Vorbewertung

Eine KI, Claude von Anthropic, bereitet die Bewertung vor. Sie erhält deine Antworten und Auszüge aus deinem Projekt und erstellt daraus einen Vorschlag. Die KI entscheidet nichts. Sie liefert der Prüfperson eine Grundlage.

Zum Datenschutz: Für diese Vorbewertung gehen deine Antworten und Projektauszüge an Anthropic in den USA. Die Server der Akademie stehen in der EU. Abgaben werden isoliert geprüft und auf Anfrage gelöscht.

Der Entscheid der Prüfperson

Eine Prüfperson prüft deine Antworten, deinen Code und den Vorschlag der KI. Sie setzt die Punkte und gibt das Ergebnis frei. Ziel ist eine Freigabe innerhalb von fünf Arbeitstagen.

Bewertet wird nach einer Rubrik mit 100 Punkten, bestanden wird nach veröffentlichten Kriterien. Du kannst die Prüfungsrubrik mit allen Punkten schon vor dem Start lesen. So siehst du, worauf geachtet wird, und kannst besser einschätzen, wie ausführlich eine Antwort sein sollte.

Was passiert, wenn du nicht bestehst?

Wenn es nicht reicht, bekommst du eine begründete Bewertung. Du siehst also, wo Punkte gefehlt haben. Bist du mit der Bewertung nicht einverstanden, kannst du innerhalb von 14 Tagen Einspruch erheben.

Für einen neuen Anlauf gibt es einen weiteren persönlichen Prüfungsversuch für CHF 149 einmalig inklusive MWST. Er setzt einen bestehenden Kurszugang voraus. Der Zugang läuft drei Monate. Behalte das im Blick, wenn du planst, wann du die Prüfung startest.

Was nach der Freigabe nachgewiesen ist

Nach bestandener Projektprüfung erhältst du ein privates Akademiezertifikat von BUILT IN CLASS für die Vibe Coding Foundation. Es nennt die Programmstufe, die geprüften Fähigkeiten und das Datum. Über einen Prüflink lassen sich Programm, Version, Datum und Status nachvollziehen.

Wichtig für die Einordnung: Das Zertifikat ist kein staatlicher Abschluss. Es gibt keine Ausweisprüfung, der Nachweis bezieht sich auf die Arbeit, die unter deinem Konto eingereicht wurde. Mehr dazu steht im Abschnitt Zertifikat und Prüfung.

Wie die Vibe Coding Foundation auf die Prüfung vorbereitet

Die Prüfung steht am Ende eines Kurses mit rund 30 Stunden Planzeit: etwa 28 Stunden für die Missionen und den Transfer, rund zwei Stunden für die Prüfung. Ein mögliches Tempo sind sechs Wochen mit etwa fünf Stunden pro Woche. Du lernst online und im eigenen Tempo, ohne feste Termine und ohne Videos zum Mitschauen. In der Kursübersicht mit allen Missionen siehst du, wie die Schritte aufeinander aufbauen.

Jede Mission hat ein Ziel, Kriterien in Form von Tests und Hinweise in drei Stufen. Dabei übst du laufend die vier Kompetenzen, die in der Prüfung zählen:

  • K1 übst du in Mission 1, wenn du aus einer Idee einen klaren Auftrag mit überprüfbaren Akzeptanzfällen machst.
  • K2 entsteht in den Missionen 2 bis 4. Dort baust du mit Claude Code oder Codex die Kontaktliste, die Detailansicht, Statuswechsel und Filter und verbindest die App mit der simulierten Schnittstelle.
  • K3 steht in Mission 5 im Vordergrund: Du grenzt vorbereitete Fehler ein, behebst sie und prüfst grundlegende Zugriffsfälle.
  • K4 verlangen Mission 6 mit der Dokumentation für die Übergabe und Mission 7 mit dem CSV-Export.

Kurs und Projektprüfung kosten CHF 199 einmalig inklusive MWST. Enthalten sind drei Monate Zugang, alle Missionen und Checks sowie ein Prüfungsversuch mit Kompetenzbericht. Den Zugang zu Claude Code oder Codex organisierst du selbst, dessen Kosten kommen zum Kurspreis hinzu. Die Einzelheiten findest du bei Preis und Leistungen.

Häufige Fragen

Muss ich für die Online-Prüfung einen Termin vereinbaren?

Nein. Die Prüfung ist schriftlich, ohne Gespräche und ohne Termine. Du startest sie selbst, sobald Mission 6 serverseitig bestanden ist, dein vollständiger Name im Profil steht und ein Prüfungsversuch verfügbar ist.

Entscheidet eine KI, ob ich bestehe?

Nein. Claude von Anthropic bereitet nur einen Bewertungsvorschlag vor. Eine Prüfperson prüft Antworten, Code und Vorschlag, setzt die Punkte und gibt das Ergebnis frei.

Wie lange dauert es bis zum Prüfungsergebnis?

Ziel ist eine Freigabe durch die Prüfperson innerhalb von fünf Arbeitstagen.

Kann ich eine begonnene Prüfung abbrechen?

Ja, solange du noch nicht abgegeben hast, kannst du die Prüfung zurückziehen.

Was kostet ein weiterer Prüfungsversuch?

Ein weiterer persönlicher Prüfungsversuch kostet CHF 149 einmalig inklusive MWST und setzt einen bestehenden Kurszugang voraus.

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