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Claude Code für Einsteiger: Einrichten und erster Auftrag

Claude Code arbeitet als KI-Agent direkt in deinem Projektordner. Hier erfährst du, was du für den Start brauchst, wie ein Arbeitsablauf aussieht und wie du Ergebnisse prüfst.

Ein geöffnetes Terminalfenster auf einem Laptop, in dem ein KI-Agent an einer einfachen Kontaktliste arbeitet.

Claude Code ist ein KI-Agent, der im Terminal deines Computers arbeitet: Du beschreibst in normaler Sprache, was du willst, und er liest die Dateien deines Projekts, schlägt Änderungen vor und führt Befehle aus. Für den Einstieg brauchst du einen Computer mit Windows, macOS oder Linux, einige Grundwerkzeuge wie Node.js und Git und die Gewohnheit, jedes Ergebnis selbst zu prüfen.

Dieser Beitrag erklärt, was das konkret bedeutet, wie eine Arbeitsrunde mit dem Agenten abläuft und woran du erkennst, ob das Ergebnis taugt.

Was ist Claude Code, und worin unterscheidet es sich von einem Chat?

In einem gewöhnlichen KI-Chat bekommst du Text zurück. Den kopierst du, fügst ihn irgendwo ein und hoffst, dass er passt. Ein Agent wie Claude Code arbeitet dagegen direkt in deinem Projektordner. Er sieht, welche Dateien es gibt, liest den vorhandenen Code und ändert ihn.

Das Terminal ist dabei einfach das Textfenster, in dem du Befehle eingibst. Es wirkt am Anfang ungewohnt, weil es keine Knöpfe gibt. Du tippst eine Zeile, drückst Enter und liest die Antwort. Mehr ist es nicht.

Daraus folgt der wichtigste Punkt für Einsteiger: Der Agent verändert echte Dateien. Das ist praktisch, weil du schnell vorankommst. Es verlangt aber auch, dass du den Überblick behältst, was sich wann geändert hat. Codex erfüllt eine ähnliche Rolle. Die Arbeitsweise, die hier beschrieben ist, gilt für beide Werkzeuge.

Was brauchst du vor dem ersten Start?

Bevor du den Agenten zum ersten Mal aufrufst, sollte deine Umgebung bereit sein. Diese Liste deckt die Grundlagen ab:

  • Laptop oder Desktop mit Windows, macOS oder Linux. Ein Tablet reicht nicht, weil du Programme installieren und im Terminal arbeiten musst.
  • Die Erlaubnis, Programme zu installieren. Auf Firmengeräten ist das oft gesperrt. Kläre das vorher mit deiner IT.
  • Node.js ab Version 20. Viele Webprojekte brauchen es, um die App lokal zu starten und Tests auszuführen.
  • Git. Damit speicherst du Zwischenstände und siehst, welche Dateien der Agent geändert hat.
  • Einen eigenen Zugang zu Claude Code oder Codex. Welche Bedingungen dafür gelten, steht auf den offiziellen Seiten des jeweiligen Anbieters.
  • Etwas Geduld mit Englisch. Code und viele Werkzeugmeldungen sind englisch, auch wenn du deine Aufträge auf Deutsch schreibst.

Für die Installation folgst du am besten der offiziellen Anleitung des Anbieters. Danach prüfst du im Terminal, ob alles erkannt wird: Node.js, Git und der Agent sollten jeweils ihre Version anzeigen. Wenn du dabei eine Schritt-für-Schritt-Hilfe möchtest, ist die frei lesbare Mission 0 zum Einrichten der Werkzeuge ein guter Ausgangspunkt.

Wie sieht ein Arbeitsablauf mit Claude Code aus?

Eine typische Arbeitsrunde ist kurz und wiederholt sich. Je kleiner die Runde, desto leichter findest du einen Fehler, wenn etwas schiefgeht.

  1. Projektordner öffnen. Du startest das Terminal in dem Ordner, in dem deine App liegt.
  2. Zwischenstand sichern. Mit Git hältst du fest, wie das Projekt vor der Änderung aussah.
  3. Auftrag formulieren. Du beschreibst eine einzige, klar umrissene Änderung.
  4. Vorschlag lesen. Bevor du zustimmst, schaust du an, welche Dateien der Agent anfassen will und warum.
  5. App starten und ausprobieren. Du klickst dich selbst durch die neue Funktion.
  6. Tests laufen lassen. Falls dein Projekt Tests hat, zeigen sie dir, ob etwas anderes kaputtgegangen ist.
  7. Speichern und notieren. Du sicherst den neuen Stand und schreibst kurz auf, was die KI beigetragen hat und was du selbst angepasst hast.

Der letzte Schritt wirkt pedantisch, zahlt sich aber aus. Nach einer Woche weisst du sonst nicht mehr, warum eine bestimmte Zeile im Code steht.

Wie gibst du dem Agenten einen klaren Auftrag?

Der häufigste Fehler beim Einstieg ist ein zu grosser, zu vager Auftrag. "Bau mir eine Kontaktverwaltung" lässt dem Agenten unzählige Entscheidungen offen. Er trifft sie dann selbst, und du verstehst hinterher nicht, was entstanden ist.

Besser ist es, eine Aufgabe in überprüfbare Teilschritte zu zerlegen und für jeden Schritt zu sagen, woran du erkennst, dass er erledigt ist. Solche Prüfsätze heissen Akzeptanzfälle. Sie folgen meist dem Muster: Wenn ich dies tue, dann passiert das.

Ein Beispiel aus einer Kontakt-App

Angenommen, deine App zeigt bereits eine Kontaktliste. Nun soll jeder Kontakt einen Status bekommen. Ein klarer Auftrag könnte so aussehen:

Ergänze bei jedem Kontakt ein Feld Status mit den Werten "neu", "kontaktiert" und "abgeschlossen". Neue Kontakte starten mit "neu". In der Detailansicht kann ich den Status wechseln. Ändere nichts an der Gestaltung der Liste.

Akzeptanzfälle: Wenn ich einen neuen Kontakt anlege, steht sein Status auf "neu". Wenn ich den Status in der Detailansicht auf "kontaktiert" setze und die Seite neu lade, bleibt er "kontaktiert".

Der Agent weiss jetzt, was er tun soll, wo er es tun soll und was er in Ruhe lassen muss. Und du weisst, wie du das Ergebnis prüfst.

Was in einen guten Auftrag gehört

  • Ziel: Was soll die Person, die die App benutzt, danach tun können?
  • Ort: Welche Ansicht oder welcher Teil der App ist betroffen?
  • Grenzen: Was darf nicht verändert werden?
  • Akzeptanzfälle: Zwei oder drei Sätze, die du selbst durchspielen kannst.
  • Fehlfälle: Was soll passieren, wenn eine Eingabe leer oder ungültig ist?

Wie prüfst du, was der Agent gebaut hat?

Ein Agent formuliert seine Antworten oft so, als sei alles erledigt. Das heisst noch nicht, dass es stimmt. Prüfen ist deshalb kein Misstrauen, sondern Teil der Arbeit. Diese Checkliste hilft nach jeder Runde:

  • Startet die App noch? Klingt banal, ist aber die häufigste Überraschung.
  • Sind die Akzeptanzfälle erfüllt? Spiel sie selbst durch, statt dich auf die Zusammenfassung des Agenten zu verlassen.
  • Was passiert bei Fehlfällen? Leg einen Kontakt ohne Namen an, gib eine unvollständige E-Mail-Adresse ein, setze ein Follow-up auf ein unsinniges Datum.
  • Wie reagiert die App auf eine Schnittstelle? Wenn Daten von aussen kommen, teste eine leere Antwort, eine Fehlermeldung und eine lange Wartezeit. Mit einer simulierten Schnittstelle geht das gefahrlos.
  • Stehen Geheimnisse im Code? Zugangsschlüssel und Passwörter gehören nicht in Dateien, die du teilst.
  • Wurden fremde Dateien geändert? Git zeigt dir, welche Dateien sich seit dem letzten Zwischenstand verändert haben. Passt das zum Auftrag?
  • Kannst du die Änderung erklären? Wenn du in zwei Sätzen sagen kannst, was neu ist und warum, hast du die Kontrolle behalten.

Geht etwas schief, setzt du auf den letzten gesicherten Stand zurück und formulierst den Auftrag enger. Das ist oft schneller, als den Agenten in mehreren Runden nachbessern zu lassen.

Welche Stolpersteine gibt es beim ersten Mal?

Einige Probleme tauchen bei fast allen Einsteigern auf. Wenn du sie kennst, sparst du dir Frust.

Fehlermeldungen auf Englisch. Du kannst eine Meldung dem Agenten geben und um eine Erklärung bitten. Lies sie trotzdem selbst, denn oft steht die Ursache in der ersten oder letzten Zeile.

Mehrere Änderungen auf einmal. Wenn du Filter, Statuswechsel und Export in einem einzigen Auftrag verlangst, lässt sich ein Fehler kaum noch einer Ursache zuordnen. Eine Änderung pro Runde ist die einfachste Regel.

Tests werden angepasst statt der Code. Es kann vorkommen, dass ein Agent einen fehlschlagenden Test so umschreibt, dass er besteht. Schau deshalb hin, wenn sich Testdateien ändern, obwohl du nur eine Funktion korrigieren wolltest.

Echte Daten im Lernprojekt. Für die ersten Versuche reichen Beispieldaten. Eine App, die Daten im Browser speichert, ist nicht für echte Kundendaten gedacht.

Wie passt der Kurs Vibe Coding Foundation zu deinem Einstieg?

Der Kurs Vibe Coding Foundation von BUILT IN CLASS übt genau diesen Arbeitsablauf an einem durchgehenden Projekt: einer Kontakt- und Follow-up-App für eine kleine Firma mit Beispieldaten. Du arbeitest mit Claude Code oder Codex und brauchst dafür einen eigenen Zugang, dessen Kosten zum Kurspreis hinzukommen.

Die Missionen bauen aufeinander auf. Nach dem Einrichten machst du aus einer Idee einen klaren Auftrag, baust Kontaktliste und Detailansicht, ergänzt Eingabeprüfung, Statuswechsel und Filter und verbindest die App mit einer simulierten Schnittstelle, die leere Antworten, Fehler und Wartezeiten liefert. Danach grenzt du vorbereitete Fehler ein, prüfst grundlegende Zugriffsfälle und dokumentierst dein Projekt so, dass andere es starten können. In der Transfermission exportierst du überfällige Follow-ups als CSV-Datei. Alle Missionen mit Planzeiten findest du in der Kursübersicht.

Jede Mission hat Kriterien in Form von Tests, die du auf deinem Computer mit einem Befehl prüfst, und Hinweise in drei Stufen. Das KI-Protokoll, das in diesem Beitrag als letzter Schritt jeder Runde vorkommt, führst du im Kurs durchgehend. Die Planzeit liegt bei rund 30 Stunden, zum Beispiel sechs Wochen mit etwa fünf Stunden pro Woche. Wie die schriftliche Projektprüfung abläuft, beschreibt die Seite zur Prüfung. Wer besteht, erhält ein privates Akademiezertifikat, keinen staatlichen Abschluss. Preis und Leistungen stehen unter Preis.

Häufige Fragen

Muss ich programmieren können, um Claude Code zu nutzen?

Nein. Du brauchst aber die Bereitschaft, im Terminal zu arbeiten, Aufträge genau zu formulieren und jedes Ergebnis selbst zu prüfen.

Funktioniert Claude Code auf einem Tablet?

Für die beschriebene Arbeitsweise brauchst du einen Laptop oder Desktop mit Windows, macOS oder Linux, auf dem du Programme installieren darfst.

Kann ich statt Claude Code auch Codex verwenden?

Ja. Im Kurs Vibe Coding Foundation arbeitest du wahlweise mit Claude Code oder Codex, jeweils mit eigenem Zugang.

Sind die Kosten für den KI-Zugang im Kurspreis enthalten?

Nein. Die Kosten für deinen eigenen Zugang zu Claude Code oder Codex kommen zum Kurspreis hinzu.

Brauche ich Englischkenntnisse?

Grundkenntnisse helfen. Die Kurssprache ist Deutsch, aber Code und viele Werkzeugmeldungen sind englisch.

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